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Kochmonster

Liebe Hausfrauen!
Das Kochmonster verbeugt sich tief vor der Leistung unserer Mütter, Großmütter und Hausfrauen, die seit Jahrhunderten am heimischen Herd wahre Großtaten zur Sättigung ihrer Familien vollbringen.

 

Wenn wir Euch trotzdem hier nicht so gern dabei haben wollen, liegt das deshalb nicht an Euch selbst.

 

Keiner von uns Kochmonstern könnte sich so ernsthaft, so ambitioniert, so kreativ, so fundiert und so niveauvoll mit der Zubereitung von Speisen beschäftigen, wenn er zugleich einen Haushalt führen, eine Familie organisieren und Tag für Tag etliche hungrige Mäuler stopfen müsste.

 

Wenn Ihr, liebe Hausfrauen, also auf der Suche seid nach einem schnellen Rezept für Käsekuchen oder Würstchenauflauf, nach Anti-Aging-Gemüsen, Zero-Carb-Frigittediäten oder einfach nur die Kalorien von "Sommerliche Blattsalate ohne Putenbruststreifen" nachzählen wollt – ihr werdet das hier nicht finden. Geht bitte zügig weiter und trefft Euch auf den Küchenchefperfektesdinnerlisabackenseiten mit Euren Freundinnen.

 

Was haben Sie gerade gesagt? Sie wollen wirklich den Unterschied lernen zwischen Deglacieren, Degraissieren und Degorgieren? Sie wollen sich allen Ernstes drei Stunden in die Küche stellen, nur um eine kleine Variation von der Wildwassergarnele als Vorspeise für Ihre Freunde auf die Teller zu malen? Sie suchen tatsächlich keinen knatschgelben Plastikkochlöffel mit Quietscheentchenkopf, sondern eine perfekt wärmeleitende Stielsauteuse?

 

Herzlich willkommen, Schwester im Geiste – bitte melden Sie sich an, beim Kochmonster, jetzt gleich, hier rechts oben!

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17.05.2012   Sie befinden sich hier: kochwissen / länderkunde / Spanien / Navarra / 

 
Navarra

Foto: Txo

Land der Kontraste

 

Navarra, die kleine nordspanische Region zu Füßen der Pyrenäen, hat in Ernest Hemingways Romanen Weltruhm erlangt. Doch den amerikanischen Schriftsteller faszinierten nicht nur die Sanfermines, die alljährlich im Juli in der Hauptstadt Pamplona stattfindenden Patronatsfeste mit ihren berühmten, nicht ungefährlichen Stiertreiben, die die Stadt neun Tage lang in Atem halten. Hemingway war auch ein großer Freund von Essen und Trinken – und nicht zuletzt des Angelns von Forellen, wofür sich nirgendwoanders besser Gelegenheit bot.

 

Majestätische Speisekammer

Navarra liegt in einem klimatischen Dreieck, das Kantabrisches Meer, Pyrenäen und Ebro-Tal bilden. Die vielseitige weite Landschaft mit ihrem Reichtum an Rohstoffen verwandelt das Land in eine nachgerade majestätische Speisekammer. Und so ist auch die Küche großartig, mit einer Vielzahl an Gerichten und Rezepten, die Traditionelles ebenso respektieren, wie sie Avantgardistischem gegenüber aufgeschlossen sind.

 

 

————————————————————————————————————————— Stilvolle Hotels in Navarra findet man bei Spanien mit Flair. —————————————————————————————————————————  

 

Navarra grenzt im Norden an die Pyrenäen, im Osten an Aragón, im Süden an Castilla y León und im Westen an Rioja und das Baskenland. Das ehemalige Königreich war einst dreimal so groß wie heute. So gehörten wesentliche Teile der französischen Pyrenäen und des heutigen Baskenlandes zu Navarra. In einigen Gebirgstälern des Nordwestens spricht man noch heute baskisch. Nicht verwunderlich also die verschiedenen Einflüsse in die Gastronomie des Landes, die als eine der besten Spaniens gilt.

 

Das autonome Gebiet besteht nur aus einer Provinz, die sich wiederum in drei Zonen einteilen lässt. Die Pyrenäen bilden an der Grenze mit Frankreich eine außergewöhnliche, zum Teil wilde Landschaft. Hier findet man die höchsten Gipfel, die tiefsten Schluchten, die weitesten Wälder und die ältesten Traditionen, die auch immer mit der Schafzucht zu tun haben.

 

Landschaften

Im Nordwesten, zum Atlantik hin, wo sich die Pyrenäen zum Meer erstrecken, bieten sich grüne Felder, kleine Flüsse, dunkle Wälder. Dort ist die Wiege der Konquistadoren, mischen sich herrschaftliche Häuser mit Burgen und Gehöften, herrschen Mysteriöses und Magie, Karneval und Hexerei – und eine wunderbare Küche.

 

Zwischen der fruchtbaren Ebene des Ebro und den Bergen befindet sich das so genannte Navarra Media mit einem ganz eigenen, von der Geschichte geprägten Charakter. Wie die anderen Gebiete, durch die der Jakobsweg führt, ist es ein reiches Land. So üppig ist die Vegetation der Region, dass nicht alle Produkte frisch konsumiert werden können. Ein Grund auch, warum dort in großem Maße Konservenindustrie angesiedelt ist. Dreh- und Angelpunkt des Landes aber ist das mittelalterlich anmutende Pamplona, das nichts Spektakuläres hat, aber ein Genuss für alle Sinne ist. Die Stadt darf auf keinen Fall verlassen werden, ohne dass vorher in einer der alten Bars, vielleicht unter einem Foto von Ernest Hemingway, die exzellenten Pintxos (Tapas) probiert werden.

 

Die Landschaft um den Ebro und seine Zuflüsse im Süden Navarras ist die wärmste Zone der Comunidad. Weite feuchte Gebiete stehen im Kontrast zu dürrem Land. In La Ribera lebten christliche, jüdische und maurische Kulturen jahrhundertelang friedlich nebeneinander und hinterließen ihre Spuren in Kunst, Architektur, der Küche und besonders im Charakter der Bevölkerung.


Außergewöhnlich sind auch die Bardenas Reales, eine Ödnis, einzigartig in Europa, die aus einer Mischung aus Sand- und Kalkstein gebildet wurde.
Das fruchtbare Flussgebiet um Tudela, zweitgrößte Stadt der Region, ist der Garten Navarras. Dort riecht es nach Weizen, Gemüse, Früchten und dem Keltern von Wein.

 

1.300  Gerichte

In Navarra hat man immer gut gegessen, heißt es. Mehr als 1.300 verschiedene Gerichte soll es geben. Wer nicht weiß, was er wählen soll: Typisch sind beispielsweise Pochas de Sangüesa (junge Bohnenkerne); Guisos de anguila (Aal) oder Codornices (Wachteln); die Calderete mit Kaninchen, Kartoffeln und Schnecken; Trucha cocida del Bidasoa (Forelle); Asado de Estella (Braten) oder Cordero al chilindrón (Lamm).


Beliebt in Tierra Estella ist Gorrín – Lamm aus dem Holzofen. Und in der Wild- und Fischfangsaison bilden Forellen, Rebhühner, Täubchen, Reh und Hirsch die Grundlage von Gerichten traditionellen Geschmacks, wobei Pilze ebenso wenig fehlen dürfen wie Püree von Kastanien oder Äpfeln – und Waldbeeren, die es reichlich gibt.


Eine ganze Reihe vorzüglicher Produkte sind mit einer Denominación de Origen geschützt. So die Alcachofas de Tudela (Artischocken), Pimientos del piquillo de Lodosa (Paprikaschoten) oder der famose Spargel von Mendavia. Der wird zum Beispiel mit einer milden Mayonnaise oder Vinaigrette genossen, man pflegt ihn aber auch lauwarm, von hart gekochten Eiern oder einer Paprikasauce begleitet, zu servieren.


Dagegen kommen die exquisiten kleinen Paprikaschoten mit Vorliebe gegrillt und mit einem guten Olivenöl und Knoblauch auf den Teller. Sie sind übrigens nur kurze Zeit frisch auf dem Markt, aber in allen Qualitätsstufen als Konserve erhältlich.
Auch Borraja (Borretsch), Cardos (Kardenartischocken) und die kleinen Cogollos de Tudela müssen genannt werden. Von Letzterem, einem kompakten Römersalat en miniature, ist praktisch alles essbar, von den äußeren Blättern bis ins knackige, milde, gelbe Herz. Die Minisalatköpfe werden gleich zu mehreren abgepackt verkauft und meist roh mit gebratenem Knoblauch und Olivenöl, Sardellen oder Käse gegessen.


Zu empfehlen wären da die heimischen Käsesorten Roncal und Idiazábal.

 

Eine der ältesten Traditionen des Landes hat die Cuajada, geronnene Schafsmilch, die man gern selbst bereitet und mit Honig anreichert. Sicher hat schon mancher im Kühlregal danach gegriffen, im Glauben, es handle sich um den uns eher bekannten Joghurt.

 

Auch das Nationalgetränk Navarras, ein Schlehenlikör auf der Basis von Anis, wurde ursprünglich auf den Gehöften hausgemacht – und gilt bis heute in vielen Familien als Mittel gegen allerlei Wehwehchen.  Ein Schlückchen Pacharán bildet traditionell den Abschluss eines jeden Essens in Navarra, kann aber eigentlich zu jeder Tageszeit auf den Tisch kommen: als Pacharán “San Fermín”, wenn er mit Cava (Sekt) gemischt wurde. Als “Butano” mit Orangensaft; die Farbe entspricht der orangeroten Gasflasche.


Pacharán con naranja: “butano” o “butano”. Oder als “rosa Kuh”, wenn mit Milch gemixt. Pacharán besitzt ebenfalls eine D.O., die Alkoholgrad, Beeren, Herstellungsprozess etc. kontrolliert, damit Qualität und Tradition dieses beliebten Getränks gewahrt bleiben.

 

Wein

Navarra zählt zu den ältesten Weinregionen weltweit. Das haben archäologische Funde bewiesen. Trotzdem standen seine Weine immer im Schatten des berühmten Nachbarlandes La Rioja. Die Denominación de Origen Navarra ist, was Klima und Boden betrifft, in fünf ganz unterschiedliche Gebiete eingeteilt: Valdizarbe im Norden, Tierra Estella im Nordosten, Ribera Alta und Baja de Montaña in der Mitte und Ribera Baja im Süden.


Charakteristisch für Navarra sind junge, fruchtige Roséweine aus der Garnacha. Doch seit man dem Stil der Zeit folgt und auch auf Sorten wie Tempranillo, Merlot oder Cabernet Sauvignon setzt, die bessere Möglichkeiten für den Ausbau im Fass bieten, ist der Anbau der Garnacha um die Hälfte zurückgegangen.


Bei den Weißweinen erzielt man aromatische und ausgeglichene natürliche Weine mit der Moscateltraube, der Malvasia, der Garnacha Blanca oder Viura. Richtig eingeschlagen haben aber die Weine aus der Chardonnay-Traube, deren Produktion Jahr für Jahr steigt.                 

Claudia Mussotter

 

Rezept-Tipp: Forelle „a la Navarra“


  plat du jour
koch der woche

Patrick Spies

Nach seiner Lehre in Fulda kochte Patrick Spies bei Reto Mathis food affairs in St. Moritz, bei Jörg Müller auf Sylt und in der Villa Hammerschmiede in Pfinztal.  2009 erhielt er dort seinen ersten  Michelin-Stern . Seit Anfang 2011 ist er Chef im Restaurant L'étable in Bad Hersfeld und erkochte sich Ende 2011 dort erneut einen Stern. Seine Küchenrichtung beschreibt er als "klassisch französisch mit modernen Akzenten."

 

Kochmonster besuchte Patrick Spies in seiner Küche im L'étable in Bad Hersfeld und produzierte sechs exclusive, nachkochbare Highend-Rezepte mit ihm, die nun nacheinander hier veröffentlicht werden. Ebenfalls exklusiv auf Kochmonster: Zu vielen dieser sehr anspruchsvollen Rezepten gibt es sogar Step-Fotos, mit denen man dem Sternekoch ganz genau auf die Finger sehen kann. Wir beginnen mit der wundervollen Vorspeise "Dorade „Hausfrauen Art“ mit Birkenrauch, Joghurt, Gurke, Apfel und Pumpernickel".



das jüngste gericht

Cannoli di ricotta

Cannoli, kleine Rohre, gehörten früher zur katholischen Fastenküche, wie so manch anderes Schmalzgebackenes. Die Erklärung ist einfach: Fleischlos die Fastenzeit zu überstehen, hieß auch, durch andere Lebensmittel Kraft zu bekommen. Und mit dem in Schmalz Frittiertem wurden viele energiespendende Kalorien verabreicht. Auch das Rezept des Berliner Szene-Italiener Pino Bianco ist nichts für Kalorienphobiker.   Zum Rezept...



monsterfreunde

 

 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 

 


 



starköche

kochmonster – Deutschlands erstes Kochportal für Männer. Mit aktuell 334 sorgfältig auf Hobbyküchen-Verhältnisse angepasste Highend-Rezepten von internationalen Starköchen wie Dieter Müller, Hans-Stefan Steinheuer, Gordon Ramsay, Jörg Sackmann,  Tim Raue, Harald Rüssel, Christian JürgensDouce Steiner, Christian Rach, Simon Taxacher, Björn Freitag, David Thompson, Johanna MaierKolja Kleeberg, Johannes King, Gunther Ehinger, Thomas KammeierAli Güngörmüs, Roland Trettl, Mario Lohninger, Christian Scharrer, Bernd Siener, Hans Gerlach, Michel Roux, Michael Wollenberg, Karl-Josef Fuchs u.v.m. Diese Rezepte sind unseren registrierten Mitgliedern vorbehalten. Anmeldung mit Name und Mailadresse, es müssen keinerlei weitere Daten angegeben werden, die Mitgliedschaft ist kostenlos, alle Daten werden natürlich vertraulich behandelt und dienen nur zur internen Verwaltung unserer Mitgliedschaften.