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Kochmonster

Liebe Hausfrauen!
Das Kochmonster verbeugt sich tief vor der Leistung unserer Mütter, Großmütter und Hausfrauen, die seit Jahrhunderten am heimischen Herd wahre Großtaten zur Sättigung ihrer Familien vollbringen.

 

Wenn wir Euch trotzdem hier nicht so gern dabei haben wollen, liegt das deshalb nicht an Euch selbst.

 

Keiner von uns Kochmonstern könnte sich so ernsthaft, so ambitioniert, so kreativ, so fundiert und so niveauvoll mit der Zubereitung von Speisen beschäftigen, wenn er zugleich einen Haushalt führen, eine Familie organisieren und Tag für Tag etliche hungrige Mäuler stopfen müsste.

 

Wenn Ihr, liebe Hausfrauen, also auf der Suche seid nach einem schnellen Rezept für Käsekuchen oder Würstchenauflauf, nach Anti-Aging-Gemüsen, Zero-Carb-Frigittediäten oder einfach nur die Kalorien von "Sommerliche Blattsalate ohne Putenbruststreifen" nachzählen wollt – ihr werdet das hier nicht finden. Geht bitte zügig weiter und trefft Euch auf den Küchenchefperfektesdinnerlisabackenseiten mit Euren Freundinnen.

 

Was haben Sie gerade gesagt? Sie wollen wirklich den Unterschied lernen zwischen Deglacieren, Degraissieren und Degorgieren? Sie wollen sich allen Ernstes drei Stunden in die Küche stellen, nur um eine kleine Variation von der Wildwassergarnele als Vorspeise für Ihre Freunde auf die Teller zu malen? Sie suchen tatsächlich keinen knatschgelben Plastikkochlöffel mit Quietscheentchenkopf, sondern eine perfekt wärmeleitende Stielsauteuse?

 

Herzlich willkommen, Schwester im Geiste – bitte melden Sie sich an, beim Kochmonster, jetzt gleich, hier rechts oben!

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18.05.2012   Sie befinden sich hier: kochwissen / länderkunde / Spanien / Baskenland / 

 
Baskenland

Foto: Ulamm

Kleines Land mit großer Küche

 

 

Ein kulinarischen Genüssen nicht abgeneigter Historiker teilte Spanien in drei Regionen ein: den Süden, wo man frittiert, das Zentrum, wo man brät, und den Norden, wo man schmort. Im Baskenland kann man alle drei Zubereitungsmethoden außergewöhnlich gut. Unmöglich, in den Tascas, Restaurants und Bars, egal welcher Kategorie, schlecht zu essen. Dabei steht der häusliche Bereich in Vielfalt und Qualität in keiner Weise nach, ist das Geschick der baskischen Frauen in der Küche sprichwörtlich. Alle kochen gut.

 

Männerdomäne

Und trotzdem ist die weibliche Note nicht so stark in der gehobenen Gastronomie vertreten, wie sie sollte. Einer Männerdomäne unter anderen in Euskadi, dem Baskenland. Freundschaft, Männerfreundschaft, wird unter Basken groß geschrieben. So groß die Liebe zum Essen und so groß die Treue zu Traditionen, so wichtig sind die „Amigos“: bei der Arbeit, im Sport oder den zahlreichen legendären Kochclubs, Geheimbünde, versteckt in Kellern oder Hinterzimmern, zu denen Frauen keinen Zutritt haben. Viel braucht es nicht zur Gründung einer solchen kulinarischen Gesellschaft, eines so genannten Txokos: ein paar Freunde, ein gemietetes Lokal ohne Ladenschluss, eine Satzung. Unabdingbar: Speisekammer, Küche und Bodega. Was gekocht wird? Traditionelle Gerichte, aufwändige Gerichte, Gerichte, die zu Hause nicht mehr zubereitet werden. Frisch erlegtes Wild, mit der Angel gefangener Besugo (Seebrasse) und getrockneter, gesalzener Bacalao (Kabeljau) in allen Variationen.

 

————————————————————————————————————————— Stilvolle Hotels im Baskenland findet man bei Spanien mit Flair. —————————————————————————————————————————  

 

Und weil sich im Baskenland gesellschaftliches Leben in der Hauptsache ums Essen dreht, hat man dort zur Tapas-Kultur – dem Txiketeo oder auch Poteo – eine ganz besondere Beziehung. Der Brauch, sich am Tresen der Bars wie von einem Büfett die Minirationen, Pintxos genannt, selbst zu holen und im Freundeskreis mit einem Zurito (Bierchen) oder einem Txakolí, dem typischen Wein, im Stehen zu verspeisen, ist ein ausgesprochen gesellschaftliches Ereignis. Von Bar zu Bar geht es. Probiert werden außerdem Rioja aus dem baskischen Teil des Anbaugebiets oder vielleicht ein Pacharán, Schlehenlikör auf der Basis von Anis.

 

Txox

Die Saison für den Txox, das Sidra-Trinken, beginnt Mitte Januar, so um den 21., dem Fest des San Sebastián, und geht bis Mitte April. Die im Baskenland verwurzelte ländliche Tradition zieht während dieser Zeit Tausende von Personen in die Sidrerías, wo man den Apfelwein direkt aus dem Fass, den „kupelas“, ins Glas füllt, um den neuen Jahrgang zu testen. Auf den Ruf „Mojón!“ beenden die „Catadores“, Männer, die ausschenken, ihr Schwätzchen und zielen mit dem unter Druck herausschießenden Strahl Apfelwein ins Glas des Wartenden. Schnell müssen die jeweils Nächsten herantreten, soll kein Tropfen vergeudet werden. Die Methode macht übrigens Sinn, denn so kommt Sauerstoff ins Glas, der die Sidra noch prickelnder, frischer und fruchtiger erscheinen lässt.

 

Begleitet wird der Txox traditionell von Tortilla mit Bacalao (Klippfisch, irrtümlich oft Stockfisch genannt), frittiertem Bacalao mit Paprika oder Chuletón, einem großen Kotelett vom Grill. Zum Nachtisch gibt es Käse, geräucherten Idiazábal, mit Membrillo (Quittengelee) oder Walnüssen.


So beliebt ist das Ritual mittlerweile geworden, dass das Herstellen von Sidra oder Sagardoa (Apfelwein) längst keine Hausfrauensache mehr ist, sondern immer mehr den Önologen überlassen wird.

 

Jahreszeiten

Das kleine Baskenland mit seinen drei Provinzen Álava (Vitoria), Guipúzkoa (San Sebastián) und Vizkaya (Bilbao) liegt eingebettet zwischen Frankreich, Navarra, La Rioja, Kastilien-León und Kantabrien. Meer und Berge bilden eine Einheit und sorgen für die Einmaligkeit der einfachen, aber vielseitigen traditionellen baskischen Küche, die sich am besten auf einem Gang durch die Jahreszeiten erfassen lässt.

 

Beginnen wir mit Weihnachten: An diesem Fest darf der Besugo (Seebrasse) aus dem Ofen nicht fehlen. An Dreikönig Angulas, die sündhaft teuren kleinen Glasaale.

 

Im Februar Merluza (Seehecht), Star am baskischen Küchenhimmel, paniert, in Sauce oder als Kokotxas (Seehechtbäckchen) zubereitet.

 

Im März und April Cordero (Lamm), um Frühjahrspilze und junge Erbsen zu begleiten. Anschließend Anchoas (Sardellen) mit scharfer Pfefferschote und Knoblauch.

 

Im Sommer Salate, Pisto-Gemüse, gebratene oder gefüllte Paprikaschoten. Dann Chipirones (kleine Tintenfische), gefüllt oder in ihrer Tinte, und Bonito, der Tunfisch aus dem Norden, aus dem das berühmte Fischergericht Marmitako gekocht wird. Schlusspunkt des Sommers bilden die Sardinas (Sardinen), die wie überall mit Vorliebe draußen auf dem Grill zubereitet werden.

 

Dann folgt schon Herbstliches: Caza (Wild) mit einem guten Wein aus Rioja Alavesa, dem baskischen Teil des Anbaugebiets. In Rotwein gegarte Pfirsiche und Birnen, Panchineta de Tolosa (mit Creme gefüllte Blätterteigteilchen), Tostadas de crema (die der Leche Frita, dem gebratenen Pudding, entspricht) und Spinatkuchen.
Wenn Txarriboda ist, Schlachtfest, nähern wir uns wieder Weihnachten. Man kocht die beliebten Hülsenfrüchte und reichert sie mit frisch gemachten Chorizos und Morcillas (Würsten) an. Eine besondere Delikatesse sind übrigens die schwarzen Bohnen aus Tolosa.

 

Purrusalda

Wer es leicht mag: Die Fischsuppe Purrusalda mit Bacalao ( Klippfisch) stärkt Leib und Seele. Tausend Kapitel wären an dieser Stelle nötig, um die zahlreichen Rezepte aufzuzählen, die die baskische Küche mit dem ganzjährig verfügbaren Trockenfisch bereithält: a la vizcaína, al pil-pil, al ajoarriero, mit grünen Paprikaschoten, al club Ranera… Übrigens heißt es, das Baskenland sollte man nicht verlassen, ohne mindestens drei verschiedene Rezepturen ausprobiert zu haben.

                                                                             Claudia Mussotter

 

Rezept-Tipp: Purrusalda


  plat du jour
koch der woche

Patrick Spies

Nach seiner Lehre in Fulda kochte Patrick Spies bei Reto Mathis food affairs in St. Moritz, bei Jörg Müller auf Sylt und in der Villa Hammerschmiede in Pfinztal.  2009 erhielt er dort seinen ersten  Michelin-Stern . Seit Anfang 2011 ist er Chef im Restaurant L'étable in Bad Hersfeld und erkochte sich Ende 2011 dort erneut einen Stern. Seine Küchenrichtung beschreibt er als "klassisch französisch mit modernen Akzenten."

 

Kochmonster besuchte Patrick Spies in seiner Küche im L'étable in Bad Hersfeld und produzierte sechs exclusive, nachkochbare Highend-Rezepte mit ihm, die nun nacheinander hier veröffentlicht werden. Ebenfalls exklusiv auf Kochmonster: Zu vielen dieser sehr anspruchsvollen Rezepten gibt es sogar Step-Fotos, mit denen man dem Sternekoch ganz genau auf die Finger sehen kann. Wir beginnen mit der wundervollen Vorspeise "Dorade „Hausfrauen Art“ mit Birkenrauch, Joghurt, Gurke, Apfel und Pumpernickel".



das jüngste gericht

Cannoli di ricotta

Cannoli, kleine Rohre, gehörten früher zur katholischen Fastenküche, wie so manch anderes Schmalzgebackenes. Die Erklärung ist einfach: Fleischlos die Fastenzeit zu überstehen, hieß auch, durch andere Lebensmittel Kraft zu bekommen. Und mit dem in Schmalz Frittiertem wurden viele energiespendende Kalorien verabreicht. Auch das Rezept des Berliner Szene-Italiener Pino Bianco ist nichts für Kalorienphobiker.   Zum Rezept...



monsterfreunde

 

 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 

 


 



starköche

kochmonster – Deutschlands erstes Kochportal für Männer. Mit aktuell 334 sorgfältig auf Hobbyküchen-Verhältnisse angepasste Highend-Rezepten von internationalen Starköchen wie Dieter Müller, Hans-Stefan Steinheuer, Gordon Ramsay, Jörg Sackmann,  Tim Raue, Harald Rüssel, Christian JürgensDouce Steiner, Christian Rach, Simon Taxacher, Björn Freitag, David Thompson, Johanna MaierKolja Kleeberg, Johannes King, Gunther Ehinger, Thomas KammeierAli Güngörmüs, Roland Trettl, Mario Lohninger, Christian Scharrer, Bernd Siener, Hans Gerlach, Michel Roux, Michael Wollenberg, Karl-Josef Fuchs u.v.m. Diese Rezepte sind unseren registrierten Mitgliedern vorbehalten. Anmeldung mit Name und Mailadresse, es müssen keinerlei weitere Daten angegeben werden, die Mitgliedschaft ist kostenlos, alle Daten werden natürlich vertraulich behandelt und dienen nur zur internen Verwaltung unserer Mitgliedschaften.