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Kochmonster

Liebe Hausfrauen!
Das Kochmonster verbeugt sich tief vor der Leistung unserer Mütter, Großmütter und Hausfrauen, die seit Jahrhunderten am heimischen Herd wahre Großtaten zur Sättigung ihrer Familien vollbringen.

 

Wenn wir Euch trotzdem hier nicht so gern dabei haben wollen, liegt das deshalb nicht an Euch selbst.

 

Keiner von uns Kochmonstern könnte sich so ernsthaft, so ambitioniert, so kreativ, so fundiert und so niveauvoll mit der Zubereitung von Speisen beschäftigen, wenn er zugleich einen Haushalt führen, eine Familie organisieren und Tag für Tag etliche hungrige Mäuler stopfen müsste.

 

Wenn Ihr, liebe Hausfrauen, also auf der Suche seid nach einem schnellen Rezept für Käsekuchen oder Würstchenauflauf, nach Anti-Aging-Gemüsen, Zero-Carb-Frigittediäten oder einfach nur die Kalorien von "Sommerliche Blattsalate ohne Putenbruststreifen" nachzählen wollt – ihr werdet das hier nicht finden. Geht bitte zügig weiter und trefft Euch auf den Küchenchefperfektesdinnerlisabackenseiten mit Euren Freundinnen.

 

Was haben Sie gerade gesagt? Sie wollen wirklich den Unterschied lernen zwischen Deglacieren, Degraissieren und Degorgieren? Sie wollen sich allen Ernstes drei Stunden in die Küche stellen, nur um eine kleine Variation von der Wildwassergarnele als Vorspeise für Ihre Freunde auf die Teller zu malen? Sie suchen tatsächlich keinen knatschgelben Plastikkochlöffel mit Quietscheentchenkopf, sondern eine perfekt wärmeleitende Stielsauteuse?

 

Herzlich willkommen, Schwester im Geiste – bitte melden Sie sich an, beim Kochmonster, jetzt gleich, hier rechts oben!

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17.05.2012   Sie befinden sich hier: kochwissen / länderkunde / Spanien / Valencia / 

 
Valencia

Foto: Ángel García

Es gibt Reis, Hombre

Valencianos pflegen ihre Traditionen, vor allem die kulinarischen und damit hauptsächlich ihre Reisgerichte. Star ist die Paella. Der Name steht nicht nur für den köstlichen Inhalt, sondern bezeichnet auch sein Behältnis, eine flache Pfanne mit zwei Henkeln.

 

 

————————————————————————————————————————— Stilvolle Hotels in Valencia findet man bei Spanien mit Flair. —————————————————————————————————————————  

 

So sehr ist das Korn als Grundnahrungsmittel in die Kultur eingegangen, dass das Kochen von Reis zu einer Art Zeitmaß geworden ist. „Ya he echado el arroz“ – Ich hab’ gerade den Reis hineingeworfen, sagt man, wenn etwas noch 20 Minuten dauert.

 

 

Hitzige Debatte

Nun muss dazu gesagt werden, dass man in der Provinz Valencia als authentische Paella nur die des Landesinnern anerkennt, die mit Huhn, Kaninchen und den speziellen großen Bohnen aus der Region gemacht ist; wenn ihre Zeit ist, wirft man noch ein paar Schnecken hinein. Und sich vehement gegen die Paella mixta aus der Nachbarprovinz Alicante wehrt, in der Fleisch und Meeresfrüchte kombiniert werden – was sogar einmal zu einer hitzigen Parlamentsdebatte führte.

 

Selbst ihre Zubereitung ist verschieden: Während in Alicante der Reis zuerst angebraten und dann die Brühe zugegossen wird, wirft man in Valencia, genau umgekehrt, den Reis in die kochende Brühe.

 

Vor der Paella isst man traditionell einen valencianischen Salat. Wer den zum ersten Mal vorgesetzt bekommt – in Streifen geschnittenen Römersalat, Tomate, Zwiebelscheiben und selbst eingelegte, meist gewöhnungsbedürftige bittere grüne Oliven, vielleicht noch Tunfisch und Ei oder eine Stange Spargel –, ist zunächst ratlos. Ein populärer Spruch hilft beim Anmachen. Es braucht „einen Philosophen zum Würzen, einen Geizhals, um den Essig dranzugeben, einen Verschwender, um das Öl draufzugießen, und einen Verrückten, der das Ganze vermischt“. In dieser Reihenfolge – vermischt wird natürlich nicht.

 

Auch eine Fideuà könnte man auf den Salat folgen lassen. Die „Nudel-Paella“ ist ein typisches Gericht der alicantinischen Küste, leicht und sommerlich, das ursprünglich von Fischern auf ihrem Boot zubereitet wurde. Dazu verwendeten sie nicht das Beste vom Fang, sondern beschränkten sich auf weniger geschätzte Felsenfische und was sonst noch im Netz war – Basis auch für den an der Costa Blanca so populären Suquet de Peix, einen Fischtopf mit Kartoffeln.

 

Die Küste

Überhaupt wartet die Küste mit einer reichen maritimen Küche auf. Die Langostinos von Guardamar und Santa Pola im Süden oder die Gambas rojas (Garnelen) von Dénia sind für ihre Schmackhaftigkeit berühmt. Gefüllte Calamares, Sepia von der Plancha, der Puchero de Pulpo (Eintopf mit Oktopus) oder im Dampf gegarte Muscheln zieren auch die Tresen zahlreicher Tapas-Bars.

 

An der ganzen Levante-Küste beliebt ist das Braten von Sardinen. Die auch mit Vorliebe durch Salz, gewonnen in den Salinen von Torrevieja und Santa Pola, haltbar gemacht wurden. Eingesalzene Sardinen hielten einst die valencianischen Tagelöhner über Wasser, die auf der Suche nach Arbeit waren.

 

Salazones

In Alicante hat die Herstellung der so genannten Salazones eine tausendjährige Tradition. Von Dénia bis Torrevieja waren „Almadrabas“ installiert, um noch nach Art der Phönizier Tunfisch oder Melva zu fangen. Das schlägt sich in der Esskultur nieder und ist heute kein billiges Vergnügen mehr, wie an den Preisen für „Mojama“, ein mit Salz konserviertes speziell geschnittenes Stück vom Tunfisch, das zwischen Filet und Bauchstück liegt, sowie dem in der Fastenzeit so geschätzten Bacalao, Klipp- oder auch Stockfisch, zu sehen ist.

 

Stockfisch und die Salazones können allerlei Gerichte begleiten wie etwa das typisch valencianische Espencat. Dazu werden Aubergine, Paprika, Zwiebel, Tomaten geröstet, bis die Haut schwarz ist und Blasen wirft, was ihnen einen ganz speziellen Geschmack verleiht. Dann wird das Gemüse gehäutet und in Streifen geschnitten, mit grobem Meersalz gewürzt und großzügig mit Olivenöl begossen.

 

Hinterland

Im Hinterland Valencias macht sich die Nähe zur La Mancha bemerkbar. Hier wird der Gazpacho manchego gekocht, von dem schon Miguel Cervantes im „Don Quijote“ berichtet. Früher bestand er aus Wildfleisch und altem Brot. Heute kauft man spezielle „tortas“, dünne Brotfladen ähnlich dem Knäckebrot, zerkrümelt sie und fügt sie einem mit Knoblauch und Kräutern gewürzten Fleischragout zu. Mit der gleichnamigen kalten Gemüsesuppe Andalusiens hat dieser Gazpacho allerdings nichts zu tun.

 

Beliebt von den Bergen Alicantes bis ins Innere der Provinz Valencia sind ebenfalls die zahlreichen Ollas, auch liebevoll „Olletas“, Töpfchen, genannt – bunte Eintopfgerichte mit allerlei Fleisch und Würsten, Bohnen und Gemüse, die eine große Tradition im Land haben. Besonders wenn sie an Festtagen auf den Tisch kommen.
Das kann man auch von den Cocas behaupten, der valencianischen Antwort auf Pizza. In der Johannisnacht, wenn in Alicante die berühmten Hogueras (Pappmachéfiguren) verbrannt werden, dürfen sie als Cocas amb Tonyina, traditionell mit eingesalzenem, vor der Verarbeitung gut gewässertem Tunfisch belegt, nicht fehlen.

 

Die Araber

Unter den vielen Schätzen, die die Araber ins Land brachten, befinden sich unzählige Backwaren: Empanadillas de Boniato, kleine mit Süßkartoffel gefüllte Teigtäschchen, Buñuelos, an Festtagen gern mit Kürbis gefüllte Beignets bzw. Krapfen, oder Roscones, Kränze und Kringel, sind nur eine kleine Auswahl.

 

Ein Hauptzweig der Süßwarenindustrie ist die Herstellung der Honig-Mandel-Spezialität Turrón, die hauptsächlich in Jijona stattfindet, einem Ort, bekannt auch für sein hervorragendes Eis. Der Fischerort Villajoyosa wiederum ist mit der Marke Valor die Stadt der Schokolade. Die Häuser am Hafen sind kunterbunt angestrichen – angeblich, damit die Fischer, vom Absinth schon angegangen, im Morgengrauen nach Hause fanden.

 

Wahrzeichen

Ein Wahrzeichen des Landes Valencia geradezu ist die Erdmandelmilch Horchata, eine der großen Sommererfrischungen mit Tradition. Den authentischen Geschmack findet man in Alboraya bei Valencia, woher auch die süßen Hefestangen kommen, die man in die Horchata tunkt.

 

Und wo wir abschließend bei den Getränken sind: Agua de Valencia, ein Cocktail aus einem Glas Saft von frisch gepressten valencianischen Orangen, einem Liter Sekt, je 5 cl Wodka und Gin sowie Zucker, der in einer Karaffe serviert und generell in Gesellschaft getrunken wird, erfreut sich landesweit außerordentlicher Beliebtheit.
Der Gallego Constante Gil, der das „Wasser aus Valencia“ 1959 erfunden hat, ist damit 83 Jahre alt geworden.
 

Leche merengada

1 l Vollmilch, 1 Zimtstange, abgeriebene Schale von einer halben bis ganzen Zitrone, Zucker nach Belieben (etwa 250 g), je nach Größe 3 bis 4 Eiweiß
Milch mit Zucker und Zimtstange zum Kochen bringen. Nach ein paar Minuten vom Feuer nehmen, durchsieben und abkühlen lassen.
Inzwischen die Eier trennen und das Eiweiß mit einer Prise Salz sehr steif schlagen. (Das Eigelb kann zu etwas anderem verarbeitet werden.) Vorsichtig unter die abgekühlte Milch heben, ins Gefrierfach stellen. Ab und zu umrühren. Das Granizado mit Zimt bestreut servieren.


Tipps: Das Eiweiß kann man zwar weglassen, dann ist das Resultat aber nicht so cremig; statt der Zitronenschale könnte man auch etwas Orangenblütenwasser (agua de azahar) zugeben; oder statt der Milch eine Dose leche condensada, die süße Dosenmilch, nehmen, das nennt sich dann: „Leche menorquina“.

 

Nardo

Eine weitere sommerliche Erfrischung ist Nardo, ein Café granizado, also gefrorener Kaffee, in den man einen Schuss roten Absinth gibt. Diese Spezialität kann man besonders in Villajoyosa probieren, wenn dort die Moros y Cristianos gefeiert werden, ansonsten wird dieses traditionelle Getränk in den typischen Heladerías, den Eisdielen, serviert. Zu empfehlen ist der Nardo zusammen mit Leche merengada.                                               Claudia Mussotter

 

Rezept-Tipp: Paella alicantina


  plat du jour
koch der woche

Patrick Spies

Nach seiner Lehre in Fulda kochte Patrick Spies bei Reto Mathis food affairs in St. Moritz, bei Jörg Müller auf Sylt und in der Villa Hammerschmiede in Pfinztal.  2009 erhielt er dort seinen ersten  Michelin-Stern . Seit Anfang 2011 ist er Chef im Restaurant L'étable in Bad Hersfeld und erkochte sich Ende 2011 dort erneut einen Stern. Seine Küchenrichtung beschreibt er als "klassisch französisch mit modernen Akzenten."

 

Kochmonster besuchte Patrick Spies in seiner Küche im L'étable in Bad Hersfeld und produzierte sechs exclusive, nachkochbare Highend-Rezepte mit ihm, die nun nacheinander hier veröffentlicht werden. Ebenfalls exklusiv auf Kochmonster: Zu vielen dieser sehr anspruchsvollen Rezepten gibt es sogar Step-Fotos, mit denen man dem Sternekoch ganz genau auf die Finger sehen kann. Wir beginnen mit der wundervollen Vorspeise "Dorade „Hausfrauen Art“ mit Birkenrauch, Joghurt, Gurke, Apfel und Pumpernickel".



das jüngste gericht

Cannoli di ricotta

Cannoli, kleine Rohre, gehörten früher zur katholischen Fastenküche, wie so manch anderes Schmalzgebackenes. Die Erklärung ist einfach: Fleischlos die Fastenzeit zu überstehen, hieß auch, durch andere Lebensmittel Kraft zu bekommen. Und mit dem in Schmalz Frittiertem wurden viele energiespendende Kalorien verabreicht. Auch das Rezept des Berliner Szene-Italiener Pino Bianco ist nichts für Kalorienphobiker.   Zum Rezept...



monsterfreunde

 

 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 

 


 



starköche

kochmonster – Deutschlands erstes Kochportal für Männer. Mit aktuell 334 sorgfältig auf Hobbyküchen-Verhältnisse angepasste Highend-Rezepten von internationalen Starköchen wie Dieter Müller, Hans-Stefan Steinheuer, Gordon Ramsay, Jörg Sackmann,  Tim Raue, Harald Rüssel, Christian JürgensDouce Steiner, Christian Rach, Simon Taxacher, Björn Freitag, David Thompson, Johanna MaierKolja Kleeberg, Johannes King, Gunther Ehinger, Thomas KammeierAli Güngörmüs, Roland Trettl, Mario Lohninger, Christian Scharrer, Bernd Siener, Hans Gerlach, Michel Roux, Michael Wollenberg, Karl-Josef Fuchs u.v.m. Diese Rezepte sind unseren registrierten Mitgliedern vorbehalten. Anmeldung mit Name und Mailadresse, es müssen keinerlei weitere Daten angegeben werden, die Mitgliedschaft ist kostenlos, alle Daten werden natürlich vertraulich behandelt und dienen nur zur internen Verwaltung unserer Mitgliedschaften.