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Kochmonster

Liebe Hausfrauen!
Das Kochmonster verbeugt sich tief vor der Leistung unserer Mütter, Großmütter und Hausfrauen, die seit Jahrhunderten am heimischen Herd wahre Großtaten zur Sättigung ihrer Familien vollbringen.

 

Wenn wir Euch trotzdem hier nicht so gern dabei haben wollen, liegt das deshalb nicht an Euch selbst.

 

Keiner von uns Kochmonstern könnte sich so ernsthaft, so ambitioniert, so kreativ, so fundiert und so niveauvoll mit der Zubereitung von Speisen beschäftigen, wenn er zugleich einen Haushalt führen, eine Familie organisieren und Tag für Tag etliche hungrige Mäuler stopfen müsste.

 

Wenn Ihr, liebe Hausfrauen, also auf der Suche seid nach einem schnellen Rezept für Käsekuchen oder Würstchenauflauf, nach Anti-Aging-Gemüsen, Zero-Carb-Frigittediäten oder einfach nur die Kalorien von "Sommerliche Blattsalate ohne Putenbruststreifen" nachzählen wollt – ihr werdet das hier nicht finden. Geht bitte zügig weiter und trefft Euch auf den Küchenchefperfektesdinnerlisabackenseiten mit Euren Freundinnen.

 

Was haben Sie gerade gesagt? Sie wollen wirklich den Unterschied lernen zwischen Deglacieren, Degraissieren und Degorgieren? Sie wollen sich allen Ernstes drei Stunden in die Küche stellen, nur um eine kleine Variation von der Wildwassergarnele als Vorspeise für Ihre Freunde auf die Teller zu malen? Sie suchen tatsächlich keinen knatschgelben Plastikkochlöffel mit Quietscheentchenkopf, sondern eine perfekt wärmeleitende Stielsauteuse?

 

Herzlich willkommen, Schwester im Geiste – bitte melden Sie sich an, beim Kochmonster, jetzt gleich, hier rechts oben!

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18.05.2012   Sie befinden sich hier: gourmetreisen / Kanada / Québec / 

 
Québec

Bück Dich! Blaubeerernte in Québec; Foto: Christian Geisler

My Wild Blueberry Valentine

 

In Québec an Kanadas Atlantikküste spricht man ein drolliges Französisch und lebt vier Monate im Jahr mit fünf Meter Schnee. Kein Wunder also, dass die Québeçois beim Essen auf Genuss und Gesundheit gleichermaßen bedacht sind. Beides vereint die wilde Blaubeere, die hier bis zum Horizont wächst. Kochmonster-Redakteurin Gabriele Gugetzer machte endlich mal so richtig blau.

 

Die Landschaft in Québec an Kanadas Atlantikküste ist im Hochsommer von einer einzigen Farbe geprägt: Blau. Einem tiefen, satten Quietscheblau. Blau ist der riesige Himmel, blau ist der gigantische Sankt-Lorenz-Strom, blau sind die Seen und breitärschigen Wasserläufe, und blau sind die Blaubeeren. Als Urahnin unserer Kulturheidelbeere wachsen sie hier wild und, wie es sich für kanadische Größenverhältnisse gehört, über Zehntausende von Hektar.

 

Weil sie geschmacklich mit unserer kultivierten Langweiler-Blauwatte so viel zu tun haben wie eine Walderdbeere mit der ollen Elsanta, ist Deutschland ist neben den USA Hauptabnehmer.

 

Ernte und Weiterverarbeitung, größtenteils rund um den Lac-Saint-Jean, sind ein kurioser Mix aus Heimarbeit und Hochleistungstechnologie. In unzugänglicheren Gebieten oder auf kleinen Feldern wird per Hand mit selbst zurechtgebogenen Rechen geerntet, auf großen Feldern mit modernen Erntemaschinen. Was nicht als Frischware verkauft, getrocknet oder zu Marmelade weiterverarbeitet werden kann, wird binnen 24 Stunden in großen Anlagen tiefgefroren, jede Beere einzeln. Auf diese Weise, so Dr. Wilhelmina Kalt, Forscherin für Agrarprodukte im Auftrag der kanadischen Regierung, "blieben neben dem Aroma auch die gesunden Inhaltsstoffe weitestgehend bewahrt". Vorrangig sind das die Antioxidantien, die, so sagt sie nach zehn Jahren Blaubeerforschung, was man ja auch erst mal durchhalten muss, für die Zellenreparatur besonders wichtig sind.

 

Traceability ist neben der Schnelligkeit der Frostung der zweite wichtige Faktor bei der Verarbeitung. So präzise kann die Charge dem individuellen Blaubeerbauern zugeordnet werden, dass er die nicht verarbeiteten Reste aus seiner Lieferung für die Kompostierung postwendend zurückerhält.

 

 

Von dieser Mischung aus rustikal und technologisiert sind auch die kleinen und größeren Betriebe geprägt, die sich am Kratersee niedergelassen haben. Träumte ich in Oaxaca (Mexico) noch vom Dasein eines Location Scout für Martin Scorcese, würde ich diese Location Claude Chabrol offerieren. Schon auf Grund ihres kulligen Französisch besitzen Québeçois eine leicht durchgeknallte Freundlichkeit, hinter der Chabrols Röntgenblick vielleicht viel freilegen könnte. Immerhin liegt hier mindestens vier Monate fünf Meter Schnee.

 

Wahrscheinlich kommt man dann auf ungewöhnliche Ideen und entwickelt beispielsweise ein Blaubeerpulver, das eine zielstrebige Jungunternehmerin in niedlichen Päckchen als „L’effet bleu“ vermarktet (in Deutschland bislang nur von der Nahrungsmittelindustrie verwendet und in Haushaltsmengen nicht lieferbar). Zum Verfeinern sogar von pikanten Saucen oder als Farbtupfer über Desserts sehr gut geeignet, und dass sich die Antioxidantien bei der behutsamen Herstellung nicht in Luft auflösen, sondern Zellschutz betreiben, versteht sich ja von selbst.

 

Tatsächlich lässt sich mit Blaubeeren sehr viel mehr anfangen, als sie in Joghurt oder Milch zu ertränken. Zu Käse und da besonders zu Ziegenkäse und Blauschimmel passen sie, zu Schwein und dunklem Geflügel schmecken sie auch und selbst mit einer Rotweinsauce harmoniert ihr leicht adstringierender Unterton gut. Da sie wild sind, schmeckt keine wie die andere, weshalb die bevorzugte Art des Verzehrs hier immer noch ist, sie sich einfach Handvoll nach Handvoll in den Mund zu schieben.

 

Christine Lamarche und Normand Laprise, Chefs des Toque! in Montreal

 

Normand Laprise, Inhaber des einzigen Relais&Châteaux in Montréal, dem Toque!, hat exklusiv für das Kochmonster ein elegantes und gleichzeitig fingerabschleckgutes Dessert mit Blaubeeren zubereitet.

 

 

Es funktioniert natürlich auch mit Kulturheidelbeeren. Aber die wilden sind’s halt. Hier erhältlich in der TK-Truhe. Und die Québeçois, die sind letztendlich unheimlich nett.

GABRIELE GUGETZER

 

Normand Laprises Kochkünste waren auch ganz in unserer Nähe zu genießen: Im November 2009 kochte er schon zum zweiten Mal als Gast im Salzburger Ikarus/Hangar 7.

 


  plat du jour
koch der woche

Patrick Spies

Nach seiner Lehre in Fulda kochte Patrick Spies bei Reto Mathis food affairs in St. Moritz, bei Jörg Müller auf Sylt und in der Villa Hammerschmiede in Pfinztal.  2009 erhielt er dort seinen ersten  Michelin-Stern . Seit Anfang 2011 ist er Chef im Restaurant L'étable in Bad Hersfeld und erkochte sich Ende 2011 dort erneut einen Stern. Seine Küchenrichtung beschreibt er als "klassisch französisch mit modernen Akzenten."

 

Kochmonster besuchte Patrick Spies in seiner Küche im L'étable in Bad Hersfeld und produzierte sechs exclusive, nachkochbare Highend-Rezepte mit ihm, die nun nacheinander hier veröffentlicht werden. Ebenfalls exklusiv auf Kochmonster: Zu vielen dieser sehr anspruchsvollen Rezepten gibt es sogar Step-Fotos, mit denen man dem Sternekoch ganz genau auf die Finger sehen kann. Wir beginnen mit der wundervollen Vorspeise "Dorade „Hausfrauen Art“ mit Birkenrauch, Joghurt, Gurke, Apfel und Pumpernickel".



das jüngste gericht

Cannoli di ricotta

Cannoli, kleine Rohre, gehörten früher zur katholischen Fastenküche, wie so manch anderes Schmalzgebackenes. Die Erklärung ist einfach: Fleischlos die Fastenzeit zu überstehen, hieß auch, durch andere Lebensmittel Kraft zu bekommen. Und mit dem in Schmalz Frittiertem wurden viele energiespendende Kalorien verabreicht. Auch das Rezept des Berliner Szene-Italiener Pino Bianco ist nichts für Kalorienphobiker.   Zum Rezept...



monsterfreunde

 

 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 

 


 



starköche

kochmonster – Deutschlands erstes Kochportal für Männer. Mit aktuell 334 sorgfältig auf Hobbyküchen-Verhältnisse angepasste Highend-Rezepten von internationalen Starköchen wie Dieter Müller, Hans-Stefan Steinheuer, Gordon Ramsay, Jörg Sackmann,  Tim Raue, Harald Rüssel, Christian JürgensDouce Steiner, Christian Rach, Simon Taxacher, Björn Freitag, David Thompson, Johanna MaierKolja Kleeberg, Johannes King, Gunther Ehinger, Thomas KammeierAli Güngörmüs, Roland Trettl, Mario Lohninger, Christian Scharrer, Bernd Siener, Hans Gerlach, Michel Roux, Michael Wollenberg, Karl-Josef Fuchs u.v.m. Diese Rezepte sind unseren registrierten Mitgliedern vorbehalten. Anmeldung mit Name und Mailadresse, es müssen keinerlei weitere Daten angegeben werden, die Mitgliedschaft ist kostenlos, alle Daten werden natürlich vertraulich behandelt und dienen nur zur internen Verwaltung unserer Mitgliedschaften.